Initiative will Plakatwerbung in Genf verbieten

Eine werbefreie Stadt – ein Novum in der Schweiz. Dies könnte in der Calvin-Stadt bald der Fall sein. Abgestimmt wird am 12. März 2023. Soll kommerzielle Werbung aus dem öffentlichen Raum verbannt werden? Mit dieser Frage kontaktiert das Schweizer Fernsehen SRF1 den Marketing Experten Felix Murbach für eine Stellungnahme.

Hintergrund

Die Idee einer werbefreien Stadt ist 2017 entstanden. Aufgrund eines Konzessionswechsels in Genf blieben die Werbeplakate drei Wochen werbefrei. Die Bevölkerung nutzte die Gelegenheit und bemalte die weissen Flächen. Daraufhin haben verschiedene Parteien eine Initiative lanciert.

Nur kommerzielle Plakate würden verschwinden

Pikant: Kultur-, Sport- und Bildungsplakate wären weiterhin erlaubt, ebenso wie Sponsoring. Nur kommerzielle Plakate würden aus dem öffentlichen Raum verschwinden. Die Befürworter sehen darin eine Befreiung der Strassen. Die Gegner rufen Zensur und Verbot.

Interview mit dem Marketing Experten

Das Schweizer Fernsehen SRF realisiert für die Sendung Schweiz aktuell den aktuellen Beitrag zu diesem brisanten Thema für einen wichtigen Wirtschaftszweig in der Schweiz. In diesem Zusammenhang wird der Marketing Experte Felix Murbach, mit der Bitte um eine aktuelle Einschätzung aus Marketing-Sicht befragt.

«Von der Vorlage betroffen sind sämtliche öffentlichen Plätze, nicht aber die privaten». Und genau darin sieht Felix Murbach das Spannungsfeld. Der Marketingberater befürchtet, «dass eine Verwilderung in der Stadt Genf Einzug hält. Sollte die Initiative durchkommen, könnten private Anbieter Parkhäuser, Unternehmen oder Gebäudefassaden für Plakatwerbung zur Verfügung stellen, was das Stadtbild vermutlich nicht verschönern würde.» Auf die Frage, ob der Konsum mit weniger Plakatwerbung zurückgehen wird, meint der Marketing Experte:

«Der Werbedruck in der Schweiz ist nach wie vor hoch, weshalb ich eher von einer Umverteilung der Werbegelder in diverse digitale Kanäle ausgehe. In Genf ist ein Kulturstreit im Gange, wie es ihn in der Art in der Schweiz noch nicht gegeben hat. Sollte die Initiative am 12. März angenommen werden, könnte dies eine Signalwirkung auf andere Städte haben.» 

Der Beitrag wird am 2. März 2023 im Schweizer Fernsehen SRF Schweiz aktuell ausgestrahlt. Herzlichen Dank an Natascha Schwyn, Myriam Reinhard und an das Team von SRF für den tollen Beitrag sowie an das SIB Zürich für die Gastfreundschaft zur Durchführung des Interviews.

Quelle: SRF1 Schweiz aktuell, 2. März 2023, Natascha Schwyn

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