Wenn Bewertungen zur Pandora-Box werden
Was Unternehmen aus geschlossenen Angeboten und 1-Sterne-Bewertungen lernen müssen. Wenn in einem bekannten Freizeitbetrieb zentrale Angebote über Wochen geschlossen bleiben und gleichzeitig die Online-Bewertungen kippen, passiert mehr als nur ein operatives Problem. Es entsteht eine Vertrauensfrage. Was intern vielleicht als technische Störung oder organisatorische Herausforderung betrachtet wird, entwickelt sich extern schnell zu einer Reputationsdynamik. Und genau hier beginnt moderne Markenführung.
Bewertungen sind heute Vertrauensindikatoren
Online-Bewertungen sind kein Nebenschauplatz mehr. Sie sind sichtbar. Für alle. Jederzeit. Viele Menschen entscheiden heute nicht aufgrund von Werbung, sondern aufgrund von Rezensionen. Sie lesen Kommentare. Sie vergleichen Sterne. Und sie bilden sich ein Urteil. Und wenn sich negative Bewertungen häufen, entsteht schnell ein Eindruck: «Hier stimmt grundsätzlich etwas nicht.»
Ob die Situation differenzierter ist, spielt in diesem Moment kaum eine Rolle. Wahrnehmung wird Realität.
Zwei Denkweisen – ein Problem
Unternehmen und Kunden denken in solchen Situationen unterschiedlich. Im Unternehmen stellt man sich berechtigte Fragen: «Sollen wir kommunizieren? Was dürfen wir sagen? Wie konkret können wir werden? Welche rechtlichen Risiken bestehen?» Intern wird geprüft, abgestimmt und entschieden.
Doch während intern noch diskutiert wird, läuft extern bereits die Meinungsbildung: Kundinnen und Kunden fragen sich: «Warum wird nicht klar kommuniziert? Gibt es etwas zu verbergen? Ist alles sicher? Kann ich diesem Anbieter noch vertrauen?»
Schweigen ist keine Strategie
In der digitalen Öffentlichkeit gilt ein einfaches Prinzip: Wer nicht kommuniziert, überlässt die Deutung anderen. Schweigen wird heute kaum als Neutralität verstanden. Es wird oft als Ausweichen interpretiert. Transparenz bedeutet dabei nicht, jedes Detail offenzulegen. Aber es braucht Orientierung. Es braucht Klarheit. Es braucht Präsenz. Unternehmen sollten erklären, was passiert ist, welche Auswirkungen bestehen, welche Schritte eingeleitet wurden und wann mit einer Lösung gerechnet werden kann.
Nicht Perfektion schafft Vertrauen. Sondern Offenheit.
Reputation entsteht schneller, als sie repariert werden kann
Negative Bewertungen verbreiten sich schnell. Sichtbar. Öffentlich. Suchmaschinenrelevant. Ein einzelner kritischer Kommentar ist normal. Eine Häufung wird zum Signal. Gerade bei sensiblen Themen wie Sicherheit oder Hygiene reagieren Menschen emotional. Und Emotionen prägen Entscheidungen stärker als Fakten. Deshalb ist der Umgang mit Bewertungen keine PR-Frage. Es ist eine Führungsfrage.
In solchen Momenten braucht es keine Verteidigungshaltung. Es braucht Präsenz. Unternehmen sollten sichtbar sein, auf Bewertungen reagieren und zeigen, dass sie zuhören. Nicht standardisiert, sondern ernsthaft. Ebenso wichtig ist eine klare, proaktive Kommunikation. Nicht erst dann, wenn der Druck von aussen wächst – sondern frühzeitig, einordnend und transparent. Und schliesslich braucht es Orientierung. Menschen möchten verstehen, was passiert ist und wie es weitergeht. Ein klarer Fahrplan schafft Sicherheit.
Es geht dabei nicht darum, Kritik zu vermeiden. Es geht darum, Vertrauen stabil zu halten – gerade dann, wenn es herausgefordert wird.
Takeaway
«Krisen gehören zum Unternehmertum. Sie sind ein Stresstest für Vertrauen. Online-Bewertungen machen diesen Stresstest sichtbar – in Echtzeit. Krisen entscheiden nicht über den Erfolg einer Marke. Der Umgang damit schon.» Felix Murbach
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