Wo ist die Euphorie geblieben?
Ich treffe viele Unternehmerinnen und Unternehmer, Geschäftsführer, Kader- und Projektmitarbeitende. Menschen mit Verantwortung. Mit Erfahrung. Mit Wirkung. Und immer wieder fällt mir dabei etwas auf, das leise verschwunden ist – Euphorie. Oder anders gesagt: Leidenschaft. Dieses innere Brennen für eine Aufgabe. Für eine Idee. Für Verantwortung. Viele haben die Euphorie nicht verloren. Sie haben sie liegen lassen. Nicht die laute Anfangsbegeisterung. Nicht das naive Hochgefühl der ersten Erfolge. Sondern diese tiefe innere Überzeugung, dass das, was man tut, Sinn macht. Dass man gestalten darf. Dass Verantwortung auch etwas Erfüllendes hat.
Was passiert mit der Euphorie im Berufsleben?
Vor ein paar Wochen traf ich mich mit einem erfolgreichen Unternehmer. Er führt sein Unternehmen seit vielen Jahren – mit Verantwortung und Wirkung. Und doch sagte er mir etwas, das hängen blieb. Nicht laut, sondern fast beiläufig. «Weisst du», sagte er, «Euphorie wird nicht aktiv aufgegeben – sie rutscht einfach in den Hintergrund. Der Blick richtet sich stärker auf Pflichten und Erwartungen.» Seine Leichtigkeit sei weniger geworden. Nicht, weil ihm das Engagement fehlt, sondern weil sich etwas verschoben hat. Das Besondere wird Normalität. Er hielt kurz inne und erinnerte sich daran, wie stolz er war, als er gestartet ist. An dieses Kribbeln. Da war es wieder – dieses Leuchten in seinen Augen. Dieses Gefühl: Jetzt gestalte ich.
Warum verlieren Führungskräfte ihre Begeisterung?
Weil sich der Fokus verschiebt.
Von Möglichkeiten zu Risiken. Von Vision zu Absicherung.
Von „Was können wir bewegen?“ zu „Was dürfen wir uns leisten?“
Euphorie gilt plötzlich als etwas für den Anfang. Für Start-ups, für junge Jahre oder für erste Schritte. Meine Erfahrung zeigt: Das ist ein Trugschluss. Euphorie ist kein Dauerhoch, kein Motivationsfeuerwerk oder ein permanentes Strahlen. Euphorie ist eine Haltung. Die bewusste Entscheidung, Sinn zu sehen, Stolz zu empfinden. Und sich daran zu erinnern, dass Verantwortung auch ein Privileg ist. Euphorie bedeutet nicht, ständig motiviert zu sein. Euphorie bedeutet, für etwas einzustehen – auch dann, wenn es anspruchsvoll wird oder die Verantwortung schwerer wiegt als der Applaus. Euphorie ist keine Emotion. Sie ist Perspektive.
Warum ist Euphorie ein Führungsthema?
Weil Führung immer wirkt. Auch dann, wenn man glaubt, nichts zu senden. Leidenschaft ist spürbar. Genauso wie ihre Abwesenheit. Meine Erkenntnis ist die, dass sich Mitarbeitende weniger an Strategiepapieren orientieren, sondern an Haltung. An Energie. An Aufmerksamkeit.
Denn Euphorie ist kein Zufallsprodukt. Wo Führung zur reinen Funktion wird, entsteht Verwaltung. Wo Führung hingegen sichtbar für ihre Aufgabe brennt, entsteht Bindung. Welche Haltung spüren deine Mitarbeitenden heute – nicht auf dem Papier, sondern im Alltag?
Erinnerst du dich noch?
Erinnerst du dich noch daran, wie stolz du warst, als du deine sichere Anstellung gekündigt hast? Weisst du noch, wie du fast «vor Stolz geplatzt» bist, als du dein erstes eigenes Team zusammengestellt hast? Diese Momente waren keine Zufälle. Sie waren Ausdruck von Mut, Überzeugung, Bestätigung und von echter Euphorie. Nicht laut, aber tief.
Meine Überzeugung
Nach vielen Jahren in Mandaten, GL-Runden, Workshops und im Unterricht bin ich überzeugt: Euphorie ist keine Schwäche. Sie ist gelebte Leidenschaft in Verantwortung. Und damit eine echte Führungsqualität. Gerade Menschen mit viel Verantwortung dürfen sie nicht verlieren. Nicht für sich selbst. Und nicht für jene, die sie führen.
Meine 5 Takeaways für dich
Nimm dir ein paar ruhige Minuten Zeit und reflektiere für dich – und für dein Unternehmen – die folgenden fünf Gedanken. Du erhältst ein ehrliches Bild davon, wie präsent Euphorie, Haltung und innere Überzeugung heute in deiner Führungsarbeit sind. Und falls du spürst, dass hier Potenzial liegt – sei es in deiner eigenen Rolle, im Führungsteam oder in der Wirkung auf Mitarbeitende – biete ich dir sehr gerne ein unverbindliches Sparring-Gespräch an. Gemeinsam ordnen wir Gedanken, schärfen Perspektiven und leiten erste, stimmige Schritte ab.
- Erinnere dich an dieses erste Kribbeln voller Stolz.
Diese Energie ist noch da – sie wartet darauf, entfacht zu werden. - Was für dich heute Alltag ist, war einmal etwas Besonderes.
Für andere ist es das oft noch immer. Sei dir deiner Wirkung bewusst. - Begeisterung muss nicht laut sein – aber sie muss spürbar bleiben.
Menschen merken, wofür du stehst – auch ohne grosse Worte. - Mitarbeitende folgen keiner Rolle, sondern einer Überzeugung.
Sie spüren, ob du noch brennst oder nur noch verwaltest. - Vergiss nicht, warum du einmal losgegangen bist.
Denk an den Stolz. An die Überzeugung – als Kompass für heute.
Ein letzter Gedanke
Vielleicht geht es nicht darum, die Euphorie von früher zurückzuholen. Sondern eine neue zu entwickeln. Vielleicht eine reifere, eine bewusstere? Auf jeden Fall eine, die nicht laut sein muss – aber spürbar bleibt.
Wer führt, prägt. Und wer prägt, entscheidet jeden Tag, welche Energie er im Raum lässt.
Neugierig geworden?
Euphorie, Haltung und Klarheit sind keine Zufallsprodukte – sie lassen sich bewusst gestalten. Wenn du Deine Führungswirkung stärken, Kundennähe authentisch leben oder Ihre Marke und digitalen Touchpoints neu ausrichten möchtest, sprechen wir darüber. Für fundierte Marketing-Expertisen und eine persönliche Beratung erreichst Du mich unter 📞 +41 79 419 92 06. Oder vereinbare ein kostenloses Erstgespräch – ich freue mich auf den Austausch mit Dir!
Felix Murbach, der Marketing Experte. Für Dich.

